Hemelingen. „Wir wollen schon früh ein Bewusstsein der Kinder für Natur und Umwelt entwickeln“, sagt Stefanie Düerkop, Sozialarbeiterin an der Grundschule an der Glockenstraße. „Und forschendes Lernen steht an unserer Schule obenan." Dazu bietet ein Schulgarten die beste Basis, denn mit seinen pflanzlichen und tierischen Bewohnern kommen die Kinder in direkten Kontakt mit der Natur. In den zurückliegenden Jahren wurde der Schulhof der Grundschule an der Glockenstraße darum mehr und mehr zum Erlebnishof umgestaltet. Der neue Schulgarten bietet dabei eine wichtige Ergänzung: Hier können Kinder Blüten, Blätter, Wurzeln, aber auch das Erdreich mit seinen tierischen Bewohnern und die Nektarsauger an den Blüten intensiv erleben.
Daher hat die Grundschule im Herbst vorigen Jahres 30 Kisten mit Erde gefüllt und sie auf dem Schulhof verteilt. Der Glockengarten, wie er passend zum Namen der Schule heißt, setzt sich aus zahlreichen separaten Einheiten zusammen, die sich mit Blumen oder Gemüse bestücken lassen. „Schon im Herbst haben wir die Zwiebeln von Tulpen und Narzissen eingebracht. Die Kinder sahen staunend, wie sich im Frühling die Blüten entfaltet haben“, sagt Stefanie Düerkop.
Parallel bepflanzten die Kinder während des Winters kleine Gewächshäuser mit Mais, Kürbis, Radieschen, Zucchini, Tomaten, Rucola oder Kresse und brachten das Gemüse später in die Kisten mit Erde aus. Täglich schauten die Kinder nach, ob die Pflanzen auch genügend Licht, Wasser und Luft haben; denn sie haben gelernt, dass sie diese drei Elemente zum Leben brauchen. Zum forschenden Lernen gehört, dass die Kleinen mit den Pflanzen experimentieren: Wächst die Kresse besser in der Erde oder auf Watte, im Schatten oder in der Sonne?“ Ebenfalls spannend: zu sehen, wie die Pflanzen keimen oder festzustellen, dass die Kresse weit schneller wächst als der Kürbis.
Der neue Schulgarten wird am Montag, 25. Juni, eingeweiht. Dann soll auch ein weiteres Hochbeet bepflanzt werden. Die Schulkinder können dazu ihre Wünsche zum Garten aufschreiben. Die Samen und auch Fotos der Pflanzen werden außerdem in einer kleinen Ausstellung präsentiert. Und damit sich die Namen der Gewächse besser einprägen, gibt es ein Pflanzen-Memory. Wenn alles klappt, soll im Laufe des Sommers und Herbstes das Gemüse in den Kisten geerntet werden.
„Einige Eltern haben sich bereit erklärt mitzuhelfen. Vor allem in der langen Zeit der Sommerferien ist es wichtig, die Pflanzen regelmäßig zu gießen“, sagt Düerkop. „Und zum großen Einweihungsfest haben wir viele aus dem Stadtteil eingeladen: Kindergärten, andere Schulen und auch den Ortsamtsleiter – wir hoffen, dass unser Vorbild von vielen anderen Kindern aufgegriffen wird.“ Allerdings gab es auch schon einen Zwischenfall: Drei der Kisten wurden umgeworfen und alle Pflanzen herausgerissen, doch zum Glück konnte alles nachgepflanzt werden. "Die Kinder schrieben selbst Protestschilder gegen diesen Vandalismus", berichtet die Sozialarbeiterin.
Der neue Schulgarten und sein Tierleben wird in allen Klassen der Grundschule thematisiert: Auf dem Programm stehe neben den Pflanzenarten und die Möglichkeiten sie als Lebens- oder Heilmittel zu nutzen beispielsweise auch die Schmetterlingsraupen. Als reine Vegetarier ernähren sie sich von Gräsern und Kräutern und sollen in den Klassenräumen gezüchtet werden.
Die Einweihung des Schulgartens findet am Montag, 25. Juni, von 12 bis 13.30 Uhr, auf dem Schulhof der Grundschule an der Glockenstraße, Westerholzstraße 19 a statt.